“ Wege nach Beyersdorf ” von Benny Berger


Beyersdorf - Ein Ort mit Charakter

Ein genaues Gründungsjahr des Ortes ist nirgendwo schriftlich festgehalten worden, doch nimmt man an, dass Beyersdorf um das Jahr 700 gegründet wurde. Denn um diese Zeit herum haben sich die, aus Böhmen stammenden Wenden in der Gegend rund um das Dorf angesiedelt. Gut erkennbar, auch in der heutigen Zeit, ist die ursprüngliche Form des Runddorfes, in welcher die Öffnung Richtung Westen zeigte. Dieses Ortstor wurde damals stark befestigt, um vor feindlichen Angriffen zu schützen. Der Name des Dorfes entstammt der deutschen Sprache und ist zurückzuführen auf einen ehemaligen Rittergutsbesitzer namens "Beristorpe". Dabei war der Ortsname einigen Veränderungen unterworfen, beispielsweise hieß es um 1161 Beieristrorp, 1292 Beyersdorp und 1531 Beyersdorff.

Bereits um 1850 sind in Beyersdorf, mit der Einrichtung einer Schule, Ansätze eines geregelten Schulbetriebes zu finden. Das Dorf war damals der Sitz des Pfarrers und insgesamt besuchten 32 Kinder die Bildungseinrichtung.

Grundlegend für die Entwicklung des Ortes war die Landwirtschaft. Nach 1900, mit der Einführung neuer technischer Geräte, wurde die Arbeit auf dem Felde für die Arbeitenden erleichtert. So wurden unter anderem erstmals Tiefkultur-, Doppelschar- und Wendepflüge, sowie Mähmaschinen und Heuwender eingesetzt. 1911, mit dem Anschluss an das Stromnetz und 1935, mit der Anbindung an die Wasserversorgung, wurde das Leben der Menschen im Dorf zusätzlich erleichtert.

Zum Schrecken der Bewohner ereignete sich im März 1929 eine Überschwemmungsflut, resultierend aus der Schmelze, von zum Teil ein Meter hohen Schneedecken. Der Boden war durch die wochenlang anhaltenden Tagestemperaturen von -20 Grad, bis zu 80cm gefroren und so nicht im Stande das viele Wasser aufzunehmen. Das Wasser füllte den Dorfteich rasant und die Beyersdorfer entschieden sich dafür, dass es abgepumpt werden muss.

Eine große Veränderung erfolgte nach 1945, mit der Einführung des Bodenreformgesetzes, unter dem das Rittergut in Beyersdorf an 13 Neusiedler aufgeteilt wurde. Im Frühjahr 1953 wurde die LPG Beyersdorf- Juliushof gebildet.

Ein Gebäude des Ortes soll hier besondere Erwähnung erfinden, da es eines der wertvollsten Bauwerke in der Region ist, die Kirche.

Sie ist ein einschiffiger Bruchsteinbau, vom romanischen Baustil geprägt. In das Kirchenschiff mit integriert ist der Wehrturm. Die Fensterwände sind aus Backstein gefertigt. Bekannt ist, dass der Kanzelaltar aus dem 18. Jahrhundert stammt und das Sandsteintaufbecken aus dem Jahre 1634. 1977 beschlossen der Evangelische Kreiskirchenrat Brehna und der Gemeindekirchenrat, die Kirche aus finanziellen Gründen stillzulegen. Das Inventar und das Kunstgut sollten entfernt und sichergestellt werden.

Heutzutage gibt ein Blick in das Kircheninnere den Verfall preis, dem die Kirche unterliegt. Es steht der Vorschlag im Raum, die Kirche als Atelier und Galerie zu nutzen, welcher aber erst durch die evangelische Kirchenvertretung genehmigt werden muss.

(Quelle: 800 Jahre Glebitzsch- Chronik)